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Aus anderen Unterlagen ist zu ersehen, daß die St. Sebastianus Bruderschaft unter anderem über einen ansehnlichen Landbesitz verfügte, der im Laufe der Jahre verkauft wurde. Das letzte Grundstück wurde im Jahre 1825 verkauft. Es war die Wiese an der unteren, heutigen Hindenburgstraße, auf der jetzt das E-Werk steht. 4.784 Taler, 30 Groschen und eine Anzahl Stüber wurden damals aus dem Verkauf erzielt. Der Erlös wurde an die Kirche gegeben mit der Verpflichtung, zeitlebens am Sebastianustag und am Tag der Prunkfeierlichkeiten ein Hochamt für die verstorbenen und lebenden Mitglieder der Bruderschaft zu feiern. Die Pfarre St. Peter Waldhausen hat diese Verpflichtung übernommen.
Ein beachtlicher Teil der Unterlagen aus der Geschichte der Bruderschaft ist schon vor langer Zeit bei einem Brand der Hauptpfarrkirche verlorengegangen, denn dort besaß die Bruderschaft, wie es damals Sitte war, einen besonderen Altar, in dessen Schrein die Urkunden hinterlegt waren. Neben der Sorge um den Altar kam die Bruderschaft auch für den Unterhalt eines Geistlichen auf.
Es mag den älteren Gladbachern noch bekannt sein, daß die St. Sebastianus Bruderschaft im Jahre 1908 das 5oojährige Bestehen gefeiert hat. Irrtümlich zwar. Aber damals stützten sich die Vorstandsmitglieder und die Bruderschaftler auf eine Urkunde aus dem Jahre 1408, einen Vertrag nämlich, wonach die Bruderschaft eben jene ,,E-Werk-Wiese" an die Kirche verpachtete. Aus Anlaß dieses irrtümlichen Jubelfestes stiftete Kaiser Wilhelm eine prunkvolle Plakette, die auch heute noch erhalten ist.
Das gesamte Königssilber der Bruderschaft war während des vergangenen Krieges sicherheitshalber im Hühnerstall des in Waldhausen wohlbekannten Johann Kox von der Dülkener Straße vergraben. Die bereits verstorbenen Johann Kox und Heinrich Jakobs waren die einzigen, die um dieses Versteck wußten. Sie haben das Besitztum der Bruderschaft wohl behütet.
Nach der schrecklichen Zeit des 2. Weltkrieges, in der die Bruderschaft zwangsläufig zur Tatenlosigkeit verurteilt war, und nachdem viele jung Mitglieder nicht mehr heimkehrten, wurde die St. Vitus Junggesellenbruderschaft in die Reihen der St. Sebastianus Bruderschaft aufgenommen. Die St. Vitus Junggesellenbruderschaft konnte im Jahr 1976 auch schon auf ihr 350jähriges Bestehen zurückblicken. Die Bruderschaft Waldhausen ist in ihrer langjährigen Geschichte und besonders in der heutigen Zeit als ein fester Bestandteil des Pfarrgemeindelebens anerkannt worden. 3 Hauptaufgaben sollen zur besseren Information angeführt werden:
1. Die aktive Tätigkeit und Mitarbeit in der Pfarrgemeinde; 2. Die Bereitschaft, sich in sozialer und caritativer Hinsicht zu engagieren 3. Pflege des althergebrachten Brauchtums und der Geselligkeit.
Viele Menschen, die in Waldhausen beheimatet sind, wissen, daß die obengenannten Grundsätze keine Floskel sind. Die Rollstuhlaktion, Altpapier- und Altkleidersammlungen für caritative Zwecke, Mitwirkung bei den Caritassammlungen, Ordnungsdienst in der Pfarrkirche und überregionales Engagement - um nur einige Aufgaben zu nennen - haben in der Vergangenheit bewiesen, daß dem so ist. Neben den vielen anderen Aktivitäten hat es sich die Bruderschaft zur Aufgabe gemacht, Feste zu feiern und Geselligkeit zu bieten. Wer will bestreiten, daß auch dieses Engagement heute notwendiger ist als je. Für viele Menschen sind oft die Schützen- und Volksfeste - in Waldhausen Kirmes oder Prunk genannt - die einzige Gelegenheit, sich näher kennenzulernen.
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